Ratgeber Prostatakrebs-Zentrum
Informationen für Betroffene und Interessierte
Zertifizierung von Prostatakarzinomzentren
Mit einer Zertifizierung weisen sogenannte Organkrebszentren und onkologische Zentren nach, dass sie in ihrer fachlichen Ausrichtung besondere Vorgaben erfüllen. Aufgestellt, überprüft und schlussendlich zertifiziert werden diese Vorgaben von einem unabhängigen Institut, das im Auftrag der deutschen Krebsgesellschaft tätig ist. Zertifizierte Zentren gibt es u. a. für Krebserkrankungen der Brust, der Haut, der Lunge, der Prostata sowie des Darms.
Das Ziel dieser Zertifizierung ist es, dass die Patienten in diesen Zentren ganzheitlich und qualitativ hochwertig behandelt und betreut werden. Um eine gleichbleibend erstklassige Behandlung zu garantieren, werden die zertifizierten Zentren regelmäßigen Kontrollen unterzogen. Zudem wird ein Zertifikat nur für den Zeitraum von drei Jahren erteilt. Danach müssen die entsprechenden Zentren eine Rezertifizierung beantragen, die in ihrer Art und Weise einer Neuzertifizierung gleicht. Die Teilnahme an einer Zertifizierung ist freiwillig, doch bietet sie, wenn sie erfolgreich absolviert wurde, für das Behandlungszentrum und im Zuge dessen auch für die Patienten nur Vorteile.
Welche Vorteile bietet ein zertifiziertes Prostatakarzinomzentrum den Patienten?
Ein zertifiziertes Prostatakarzinomzentrum folgt festgelegten Qualitätsstandards und bietet neben der klassischen Therapie auch die Möglichkeit, an klinischen Studien zur Erprobung neuer Behandlungsmethoden teilzunehmen. Es werden sowohl Patienten betreut, die sich im Frühstadium ihrer Erkrankung befinden, als auch solche, deren Krebs bereits weit fortgeschritten ist. Zudem kooperieren die Behandlungszentren mit anderen Fachgebieten, sodass die Patienten auch fachübergreifend bestens versorgt werden. Mindestens einmal wöchentlich finden gemeinsame Besprechungen von Urologen, Onkologen, Radiologen, Strahlentherapeuten und Chirurgen statt, in denen die einzelnen Patientenbefunde durchgesprochen werden. Dadurch profitieren auch die Patienten, da ein regelmäßiger Informationsaustausch dazu führt, dass die Therapien immer wieder beleuchtet und wenn nötig optimiert werden. Darüber hinaus kann jedes zertifizierte Prostatakarzinomzentrum auf eine Mindestanzahl an speziellen Untersuchungen und Operationen zurückblicken. Somit können die Patienten gewiss sein, dass alle nötigen Untersuchungen und eventuelle Operationen von ausgewiesenen Spezialisten mit langjähriger Erfahrung auf dem Gebiet durchgeführt werden.
Welche Vorgaben muss ein Prostatakarzinomzentrum erfüllen, um die Zertifizierung zu erhalten?
Nach Vorgabe der deutschen Krebsgesellschaft sind folgende Punkte zu erfüllen, um eine Zertifizierung als Prostatakarzinomzentrum zu erhalten:
- Es wird stets sichergestellt, dass die erforderlichen fachlichen Anforderungen erfüllt werden. Ein regelmäßiger fachübergreifender Kommunikationsaustausch ist gewährleistet.
- Neben den Hauptfachgebieten wie z. B. Onkologie, Chirurgie oder Strahlentherapie kooperiert das Zentrum mit weiteren Behandlungspartnern wie Schmerztherapeuten, Selbsthilfegruppen und psychologischen Betreuern.
- Es findet eine enge Zusammenarbeit mit dem behandelnden Hausarzt oder niedergelassenen Urologen statt.
- Die Pflege der Patienten wird auf ihre speziellen Bedürfnisse ausgelegt. Die Pflegekräfte werden regelmäßig weitergebildet.
- Die Patienten haben die Möglichkeit, an klinischen Studien teilzunehmen, wenn ihre Diagnose dafür spricht.
- Den Patienten werden ausführliche Informationen zu den Behandlungsangeboten des Zentrums zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus erhalten sie nach der Entlassung alle nötigen Dokumente wie Entlassungsbrief, Behandlungs- und Nachsorgeplan sowie eventuelle Studienunterlagen für ihren niedergelassenen behandelnden Arzt.
- Die in einem zertifizierten Prostatakarzinomzentrum tätigen Ärzte können anhand festgelegter Mindestfallzahlen eine langjährige Erfahrung auf dem Gebiet der Prostatakrebsdiagnose und -therapie nachweisen.
- Den Ärzten und Patienten stehen alle zur Diagnose und weiteren Behandlung nötigen medizinischen Geräte zur Verfügung.
Melissa Seitz